Neues Reservierungssystem im Team einführen
Wie Sie ein neues Reservierungssystem einführen, ohne dass das Team nach zwei Wochen wieder ins Heft schreibt.

Die meisten gescheiterten Software-Einführungen in der Gastronomie scheitern nicht an der Software. Sie scheitern daran, dass an einem vollen Freitag jemand schneller ins Heft schreibt – und alle anderen ziehen nach.
Der Tag der Umstellung
- 1Einen festen Termin wählen, am besten einen ruhigen Wochentag. Nicht „ab jetzt mal“, sondern „ab Dienstag“.
- 2Bestehende Reservierungen vorher eintragen. Wer am Umstellungstag mit einem leeren System startet, hat sofort zwei Bücher.
- 3Das Heft weglegen. Nicht wegwerfen – aber nicht auf dem Tresen liegen lassen.
- 4Am ersten Abend selbst dabei sein. Die Fragen, die dann kommen, sind die, die sonst zum Abbruch führen.
Was das Team wirklich lernen muss
Nicht das ganze System. Für den Service reichen drei Handgriffe, und die sollten in fünf Minuten sitzen.
- Eine Telefonreservierung eintragen.
- Nachsehen, wer heute Abend kommt.
- Eine Reservierung ändern oder absagen.
Alles Weitere – Tischplan bearbeiten, Zeiten ändern, Auswertungen – lässt sich der Leitung vorbehalten und muss im Service niemand beherrschen. Eine Einweisung, die den gesamten Funktionsumfang abdeckt, erschwert es, sich die wenigen täglich benötigten Schritte zu merken.
Die zwei häufigsten Rückfälle
- Der Zettel am Telefon. „Trage ich später ein“ – wird nicht eingetragen, oder doppelt. Das Eintragen muss während des Gesprächs passieren, sonst funktioniert es nie.
- Das Reservierungsbuch für Sonderfälle. Stammgäste, Feiern, „die kennen wir eh“. Nach vier Wochen ist das Sonderbuch das Hauptbuch.
Beides ist keine Disziplinfrage, sondern eine Frage der Geschwindigkeit: Solange das System langsamer ist als der Zettel, gewinnt der Zettel. Das ist der Punkt, an dem Sie vor der Auswahl testen sollten – nicht die Funktionsliste.


